29. April 2026
Natürliche Medizin – warum ich heute anders entscheide als früher
Wenn ich heute auf die Zeit mit meiner ältesten Tochter zurückblicke, dann war da vor allem eins: Vertrauen.
Aber kein bewusstes Vertrauen – eher ein automatisches.
Ich habe gemacht, was man eben macht.
Zum Arzt gegangen, wenn etwas war. Medikamente gegeben, wenn sie empfohlen wurden.
Ich habe nichts hinterfragt.
Und genau das ist rückblickend der Punkt, der mich heute am meisten beschäftigt:
Nicht, dass ich vertraut habe – sondern wie blind dieses Vertrauen war.
Natürliche Medizin?
War für mich damals ehrlich gesagt kein Thema.
Eher etwas, das man irgendwo am Rand mitbekommt – aber nicht wirklich ernst nimmt.
Der leise Anfang von etwas Neuem
Beim zweiten Kind hat sich das langsam verschoben.
Nicht, weil etwas „schiefgelaufen“ ist.
Sondern weil ich angefangen habe, selbst zu denken.
Ich habe mich gefragt:
Warum greifen wir eigentlich immer sofort zu dem, was Symptome schnell verschwinden lässt?
Und warum wissen wir so wenig über das, was direkt vor unserer Nase wächst?
Ich bin über altes Wissen gestolpert.
Über Pflanzen. Über Anwendungen. Über Dinge, die früher selbstverständlich waren – und heute oft belächelt werden.
Und ganz ehrlich:
Ich finde es fragwürdig, wie schnell etwas als „unwirksam“ abgestempelt wird, nur weil es nicht mehr Teil unseres modernen Alltags ist.
Beim dritten Kind war es dann eine bewusste Entscheidung
Bei meinem jüngsten Kind habe ich zum ersten Mal nicht einfach übernommen, was „man halt so macht“.
Ich habe mich entschieden.
Und meine Entscheidung war klar:
Natürliche Medizin bekommt den ersten Platz.
Nicht als Ersatz.
Nicht als Protest.
Sondern als bewusster Startpunkt.
Und trotzdem:
Wenn es nicht reicht, nutze ich die Schulmedizin.
Bis heute genau zwei Mal.
Das ist für mich kein Widerspruch –
sondern Verantwortung.
Die Sache mit den Mutternosoden
Kurz vor der Geburt meines jüngsten Kindes bin ich zum ersten Mal auf Mutternosoden gestoßen.
Und ja – ich weiß, dass viele das sofort in eine bestimmte Ecke stellen.
Trotzdem habe ich mich dafür entschieden.
Weil ich gelernt habe, nicht alles abzulehnen, nur weil es nicht in das klassische Raster passt.
Ich habe eine Probe aus der Plazenta entnehmen lassen.
Und wir haben daraus unsere ersten „Helferlein“ bekommen.
Und ich sage es so, wie es ist:
Ich würde es jederzeit wieder tun.
Selbst machen statt blind kaufen
Was sich für mich grundlegend verändert hat:
Ich hinterfrage inzwischen auch Dinge, die völlig normal erscheinen.
Warum kaufe ich eigentlich alles fertig?
Warum traue ich mir nicht zu, selbst etwas herzustellen?
Ich habe angefangen, meine eigenen Salben und Tees zu machen.
Und nein – das ist weder kompliziert noch teuer.
Uns wurde nur lange genug vermittelt, dass wir es nicht können.
Meine Lavendelsalbe vom letzten Jahr war so gut,
dass ich mich ernsthaft gefragt habe, warum ich jemals etwas anderes benutzt habe.
Globuli – zwischen Erfahrung und Ehrlichkeit
Auch Globuli sind bei uns ein Thema.
Und hier mache ich etwas, das ich in diesem Bereich viel zu selten sehe:
Ich bin ehrlich.
Bei meinem jüngsten Kind habe ich oft das Gefühl, dass sie gut wirken.
Bei uns Erwachsenen ist es deutlich uneinheitlicher.
Ich habe dazu meine Gedanken –
aber ich weiß auch, dass das keine gesicherten Fakten sind.
Und genau das ist für mich der Unterschied:
Ich beobachte, statt zu behaupten.
Fieber ist für mich kein Fehler im System
Einer der größten Wendepunkte für mich war mein Blick auf Fieber.
Früher:
Sofort senken.
Heute:
Erstmal verstehen.
Fieber ist für mich kein „Problem“, das sofort weg muss.
Sondern ein Zeichen dafür, dass der Körper arbeitet.
Und ja – ich weiß, dass das viele nervös macht.
Aber genau da liegt für mich ein Kernproblem:
Wir haben verlernt, Prozesse auszuhalten.
Ich beobachte sehr genau:
- Wie hoch ist das Fieber?
- Wie geht es meinem Kind dabei?
- Wo ist die Grenze?
Ich begleite.
Und wenn diese Grenze erreicht ist, handle ich auch.
Wadenwickel.
Globuli.
Und wenn nötig: Medikamente.
Nicht ideologisch.
Sondern situationsabhängig.
Was mich wirklich stört
Was ich schwierig finde, ist dieses starre Denken.
Dieses:
👉 entweder das eine oder das andere
👉 entweder richtig oder falsch
So funktioniert weder der Körper noch das Leben.
Ich halte nichts davon, die Schulmedizin pauschal abzulehnen.
Aber genauso wenig davon, alles andere reflexartig abzuwerten.
Denn genau das passiert.
Wissen, das über Generationen weitergegeben wurde, wird heute oft belächelt –
nicht, weil es widerlegt wurde,
sondern weil es nicht mehr in unser System passt.
Und vielleicht ist genau das der Punkt
Natürliche Medizin ist für mich kein Trend.
Und auch kein Gegenmodell.
Sie ist ein Perspektivwechsel.
Weg von:
👉 „Wie bekomme ich das möglichst schnell weg?“
Hin zu:
👉 „Was passiert hier eigentlich gerade?“
Und manchmal liegt genau darin der größte Unterschied.
